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Warum "Liebe" allein manchmal nicht aussreicht, um glücklich zu werden...ODER: Ein Plädoyer für die Selbstliebe


Der heutige Artikel ist all denjenigen gewidmet, die unglücklich lieben. Die zwar lieben, aber deren Liebe nicht erwidert wird. Die lieben, ohne dass es noch Hoffnung zu geben scheint. Die mit ihrer Liebe an etwas festhalten, was so vielleicht nie da war. Er ist für diejenigen, die sich mit ihrer Liebe selbst unglücklich machen.

 

"WHAAAAA!!!" - da ist er auch schon, der Aufschrei. "Wen man liebt, das sucht man sich nicht aus!!!" "Wir lieben uns - er/sie ist aber noch nicht so weit!" "Ich KANN mich nicht von ihm/ihr lösen!" oder am schlimmsten: "WIR SIND ABER SEELENVERWANDT!!!" Oh, Halt. Geht doch noch schlimmer: "WIR SIND DUALSEELEN - WIR MÜSSEN EINFACH ZUSAMMENKOMMEN!!!"

 

Na, hab ich dich da auch wiedergegeben? Dacht ich mir. Ich hoffe auch sehr, dass du meine heute Message nicht in den falschen Hals kriegst. Wobei, wenn doch ist das irgendwie auch okay. Nicht, weil ich alles besser weiß, und du nicht. Sondern weil es irgendwie eine natürliche Reaktion ist. Und vielleicht auch, weil du einfach noch nicht bereit bist, dich von dem, was dich eigentlich ja nur unglücklich macht, zu trennen. Manchmal ist der Leidensdruck offenbar noch nicht groß genug. Das Maß muss erst noch ein bisschen voller werden. Mach dir aber keinen Kopf deshalb. Und setz dich nicht unter Druck. Wichtig ist eigentlich nur, dass du das, was du hier liest, einmal sacken lässt. Du wirst gezwungenermaßen darüber nachdenken - außer natürlich, du beherrschst Techniken, derartige Informationen wieder aus deinem Bewusstsein auszuleiten (nein, sowas werde ich dir hier jetzt nicht verraten ;) ).

Was ich heute mit diesem Artikel möchte, ist nicht dich gegen mich aufzubringen. Natürlich nicht. Warum sollte ich das auch tun? Aber mir begegnet in meinen Beratungen immer wieder so viel Leid und so viel Verzweiflung, dass ich dir - wenn du dich denn angesprochen fühlst - einfach einen kleinen Denkanstoss geben möchte.

 

Das Ding ist nämlich, dass es eigentlich ganz einfach ist. Du hast es selbst in der Hand. Und all deine Argumente, die ich dir eben schon vorweg genommen habe...naja. Ich muss dir leider sagen, dass die so überhaupt nicht zählen. Nicht mal die Seelenpartner-Sache. Erst recht nicht das mit der Dual-Seele. Aber bitte, sei jetzt nicht verärgert. Schnauf mal tief durch (vielleicht auch lieber gleich 4 oder 5 mal) und dann lies bis zum Ende weiter.

 

Es ist nämlich einfach ein Fakt: Die Liebe allein reicht manchmal nicht, um uns glücklich zu machen. Ich meine, ganz offensichtlich nicht. Es ist ja immerhin so, dass ich manchmal im ersten Moment gar nicht weiß, nach welchen Signifikatoren ich im Kartenreading schauen soll, wenn es mal NICHT um Liebeskummer geht. Das ist so selten, dass ich dann schon immer ganz perplex bin. Ernsthaft. Weil es irgendwie für viele Menschen dazugehört, zu lieben, und für diese Liebe dann auch zu leiden.

Ganz ehrlich? Da bin ich doch lieber allein. Ich finde "leiden" jetzt nicht so wahnsinnig erstrebenswert...

Und bevor jetzt wieder eines der oben genannten Argumente kommt: Nein. Du hast es in der Hand. Punkt. Da brauchst du auch gar nicht diskutieren. Wenn du sagst, dass du jemanden liebst, der dir seinerseits sagt, dass er dich nicht liebt (aus welchem Grund auch immer), dann macht dich das zwangsläufig unglücklich. Und natürlich ist das erst mal Kacke. Das ist ja gar keine Frage! Und natürlich tut das weh (ich bin ja nicht herzlos, auch wenn das grad ein bisschen so klingt). Aber: Du hast es doch selbst in der Hand. In einem solchen Moment kannst du IMMER zwei Dinge tun:

1. An deiner nicht erwiderten Liebe festhalten (was nicht nur weh tut sondern irgendwann ja auch frustrierrend wird; das führt bestimmt irgendwann zu Depressionen, so wie Schlafmangel)

ODER

2. Du entscheidest dich, ganz bewusst und sehr aktiv deinen Fokus zu verschieben. Nämlich auf den Menschen, der dir in Wirklichkeit der allerallerwichtigste auf der ganzen Welt sein sollte: Auf dich!

 

Ja natürlich ist das kein Kinderspiel! - das hat ja auch niemand behauptet. Aber es ist auf jeden Fall möglich. Es ist ein Prozess, für den man sich willentlich entscheiden kann. Und wenn man ihn erfolgreich durchlaufen hat, ist man dann auch tatsächlich irgendwann bereit für was Neues. Auch wenn der andere der Seelenpartner ist.

 

SELBSTLIEBE wird nämlich definitiv unterschätzt. Und damit meine ich nicht dieses "ich-brauche-niemals-wieder-einen-Partner-weil-ich-mich-selbst-ganz-allein-sooo-glücklich-machen-kann"-Gewäsch. Das ist nämlich auch irgendwie Käse (in meinen Augen zumindest). Und es zeugt von ganz vielem, aber sicher nicht von Beziehungsfähigkeit. Eigentlich meine ich mit "Selbstliebe" auch eher das "Seine-eigenen-Bedürfnisse-über-die-Bedürfnisse-anderer-Stellen". Das ist nicht egoistisch. Das ist ein ganz gesundes Grenzen setzen. Ein ganz gesundes "das-tun-was-einem-gut-tut". Und das ist besonders dann sehr gesund, wenn der andere Dinge von einem erwartet, die man selbst nicht erfüllen will - so ganz tief in einem drin.

Für eine Beziehung kann das zum Beispiel bedeuten, dass der eine Freiraum braucht, während der andere gleich einziehen will. Der eine will Kinder, der andere hätte lieber nur nen Hund (oder von mir aus auch ne Katze). Der eine will heiraten, der andere ist polygam. Der eine ist ein Workaholic, der andere mag´s eher bequem...

Das lässt sich ja hier endlos fortsetzen. Und ich denke, es ist klar, worauf ich hinaus will: Was ist denn, wenn wir mal nicht in den Wahn verfallen, unbedingt irgendwen lieben zu müssen (weil da ja irgendwie die Liebe hingefallen ist), der aber nie nie nie in der Lage sein wird, uns wirklich glücklich zu machen. Und noch dazu, wo das ja nichtmal seine Aufgabe ist. Was wäre, wenn wir uns erlauben würden zu erkennen, wenn uns Menschen einfach nicht mehr gut tun. Und dass die Liebe allein einfach nicht ausreicht, um ein glückliches Leben miteinander zu führen.

Es ist ja vielleicht gar nicht grundlos, dass Hollywood gern da aufhört zu erzählen, sobald sich die beiden Protagonisten gefunden haben. Wir erwarten irgendwie, dass sie dann ihr "Happy-Ever-After" erleben - aber tun sie das wirklich? Vermutlich nicht. Zumindest nicht immer.

 

Und ist es nicht erstrebenswerter, für sich selbst und seine Wünsche und Bedürfnisse gerade zu stehen und dann auch mal nen Cut zu machen (auch innerlich meine ich damit, das geht nämlich), wenn es einfach nicht funktionieren KANN. Weil der/die andere sein Nest mitsamt Familie nie im Leben verlassen wird. Weil er/sie einfach in diesem Leben nicht so weit ist, mit dem Dualseelenpartner glücklich zu werden (das ist übrigens nur den alleralleralleralleralleralleraller[...]allerwenigsten beschieden). Weil man im Leben unterschiedliche Ziele hat. Und eine unterschiedliche Auffassung von Treue. Und vielleicht kann der/die andere auch (noch) gar nicht richtig lieben, weil er/sie emotional total blockiert ist. Willst du wirklich darauf warten - vielleicht Jahre oder Jahrzehnte - bis sich das eventuell unter Umständen ganz vielleicht einmal ändert? Ich mein, das ist ja kein Vorwurf. Der/die andere kann ja manchmal auch garnichts dafür. Aber du darfst die Dinge und Umstände doch schon auch realistisch betrachten.

 

Natürlich kann man hoffen. Und an einem Strohhalm festhalten. Und sich daran festhalten und Jahre seines Lebens verschwenden (und das dann vielleicht sogar irgendwann bereuen?). Oder man entschließst sich, das Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Um selbst wieder zum Lebensmittelpunkt zu werden. Und dann vielleicht beim nächsten Mal genauer zu betrachten, wer dieser Mensch ist, auf den man (ungerechtfertigterweise, denn eigentlich ist das ganz schön unfair) all deine Hoffnungen legt.

Das heißt natürlich nicht, dass du nie wieder Kompromisse eingehen sollst. Aber die Kompromisse sollten doch bitteschön nicht dazu führen, dass du dich selbst und deine tiefsten Wünsche verleugnest - und dich dadurch auf Dauer unglücklich machst.

 

Wenn du dir eine erfüllende und liebevolle Beziehung wünschst - hör JETZT verdammtnochmal auf, an einem Menschen festzuhalten, der dir das nicht geben kann. Nicht, weil er/sie nicht will oder ein schlechter Mensch ist. Sondern weil es deinem vermeintlichen Wunschpartner einfach nicht möglich ist, dir zu geben, was du brauchst. Hör auf von jemand anderem zu erwarten, dich glücklich zu machen, wenn du es doch selber bist, der/die sich mit diesem krampfhaften und verzweifelten Festhalten selbst unglücklich macht.

 

Es sei denn, du möchtest gerne unglücklich sein, das ist selbstverstänlich jedem selbst überlassen.

 

Harte Worte. Ich weiß. Und ich hoffe sehr, dass du mir sie nicht übel nimmst. Aber ich meine es wirklich gut mit dir. Und ich weiß einfach, dass es genau so ist, wie ich es aufgeschrieben hab.

 

Nein, ist nicht immer einfach. Wie gesagt, das habe ich auch nie behauptet. Aber immerhin wäre hierbei doch der Silberstreif am Horizont zu sehen, nicht wahr?

 

Wenn du für dich jetzt an einem Punkt angelangt bist, an dem du sagst "Ja! Das war der A****tritt, den ich gebraucht hab!", dann zeige ich dir auch gerne, wie du jetzt weitermachen kannst. Einfach hier weiterlesen.

 

Wenn nicht: Ich umarme dich ganz herzlich und wünsche dir ganz viel Kraft. Und natürlich begleite ich dich auch gerne weiterhin.

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